Ablehnung des Gleichstellungsaktionsplans ist ein Armutszeugnis für Rostock

Zur Ablehnung des Gleichstellungsaktionsplans erklärt Nurgül Senli, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion Die Linke:

„Dass ein Gleichstellungsaktionsplan in einer Stadt wie Rostock ausgerechnet von CDU, AfD, Rostocker Bund, FDP und BSW gemeinsam zu Fall gebracht wird, ist ein fatales Signal und ein Armutszeugnis. Rostock hat eine weibliche Stadtspitze, eine Rektorin und eine Polizeipräsidentin. Ausgerechnet in einer Stadt, in der Frauen Führungsverantwortung übernehmen, wird Gleichstellung politisch zurückgedreht.

CDU, FDP und AfD stehen hier für einen miefigen, rückwärtsgewandten Kurs, der Rostock schadet. Wer Gleichstellung blockiert, beschädigt nicht nur den politischen Fortschritt, sondern auch das Ansehen unserer Stadt. Frauen, Fachkräfte und junge Menschen überlegen sich sehr genau, ob sie in eine Stadt kommen oder bleiben wollen, in der solche Signale gesetzt werden.

Der Gleichstellungsaktionsplan sollte konkrete Schritte benennen, um Benachteiligungen abzubauen, Frauen besser zu schützen, Teilhabe gerechter zu gestalten und sexuelle sowie geschlechtliche Vielfalt sichtbar mitzudenken. Dass dafür keine Mehrheit zustande gekommen ist, zeigt: Der Widerstand gegen Gleichstellung ist real und er kommt längst nicht nur von ganz rechts.

Für uns ist klar: Diese Abstimmung beendet die Debatte nicht. Wir werden weiter dafür kämpfen, dass Gleichstellung in Rostock nicht auf Sonntagsreden reduziert wird, sondern endlich politische Konsequenzen hat. Frauen, Mädchen und queere Menschen in dieser Stadt haben ein Recht darauf, dass ihre Lebensrealität ernst genommen wird.“