Die Linke verteidigt kommunales Schulessen gegen Kritik
Zur aktuellen Diskussion um die Schulverpflegung in Rostock erklärt Christian Albrecht, Vorsitzender der Fraktion Die Linke in der Rostocker Bürgerschaft:
„Es überrascht schon, wie sich jetzt FDP und Grüne über Abläufe empören, die seit über einem Jahr völlig transparent sind. Wer heute so tut, als hätte er von der Übergangslösung nichts gewusst, war schlicht nicht bei der Sache. Die Gründung der „Mittagsmatrosen“ war eine bewusste Entscheidung für mehr Qualität, bessere Arbeitsbedingungen und langfristig bezahlbares Schulessen und das wird die neue kommunale Gesellschaft auch einlösen.“
Albrecht betont, dass die neue kommunale Lösung auch sozialpolitisch ein Fortschritt ist: „Während externe Anbieter regelmäßig Beschäftigte über die Sommerferien entlassen, keine tarifgerechte Bezahlung sichern und Löhne über Jahrzehnte kaum erhöht haben, setzen wir mit den „Mittagsmatrosen“ auf Verlässlichkeit: Faire Arbeit, tarifliche Bezahlung und soziale Verantwortung. Das ist der Unterschied.“
Dass das Essen übergangsweise aus Rheinland-Pfalz kommt, ist eine pragmatische Zwischenlösung. „Natürlich wäre uns ein regionaler Anbieter lieber gewesen, aber das ist nicht möglich, wenn eine Zusammenarbeit nicht zustande kommt. Und dass Ausschreibungen europaweit laufen müssen, ist keine politische Entscheidung, sondern geltendes Vergaberecht.“
Langfristig werde sich die Investition auszahlen, auch finanziell: „Wenn die Mittagsmatrosen neben den Schulen auch Horte und andere Einrichtungen versorgen, senken sich die Kosten durch das entstehende Drittgeschäft deutlich. Schulessen wird günstiger, nicht teurer. Im Übrigen hätte ein privater Anbieter nach der Mindestlohnerhöhung ebenso Preise anpassen müssen“, so Albrecht.
Die Kritik der FDP sei daher nicht nur scheinheilig, sondern schlicht falsch. „Wer sich heute vor die Kamera stellt und die Eltern aufhetzen will, sollte auch sagen, dass er in der Vergangenheit kein Problem mit schlechter Bezahlung, niedriger Qualität und fehlender sozialer Verantwortung hatte.“
Für Die Linke bleibt klar: „Wir stehen für gutes Essen, gute Arbeit und soziale Verantwortung, nicht für Privatisierung und Profitlogik auf Kosten von Kindern und Beschäftigten.“
