Immer mehr Mini-Wohnungen mit Abzock-Mieten: Rostock braucht echten Wohnraum und keine Mikroapartments
Eine Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion zu Mikroapartments in Rostock zeigt eine bedenkliche Entwicklung: Seit 2020 wurden in Rostock 705 Mikroapartments genehmigt. Davon sind 208 bereits in Nutzung, 180 im Bau und 317 weitere wurden schon genehmigt. Die Größen liegen laut Verwaltung bei gerade einmal 18 bis 39 Quadratmetern bei Kaltmieten über 20 Euro pro Quadratmeter.
Hierzu erklärt Nurgül Senli, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion Die Linke in der Rostocker Bürgerschaft:
„In Rostock nehmen Mikroapartments zu, während echter bezahlbarer Wohnraum fehlt. Das ist die falsche Entwicklung. Was wir brauchen, sind keine immer kleineren Wohnangebote zu Wucherpreisen, sondern Wohnungen, die sich Menschen mit normalem Einkommen auch wirklich leisten können.
Mikroapartments werden oft als moderne Lösung verkauft. Tatsächlich stehen sie aber für ein Geschäftsmodell mit möglichst wenig Fläche zu möglichst hoher Miete. Mit diesen Angeboten wird zudem die geltende Mietpreisbremse umgangen. Das ist keine Antwort auf die Wohnungsprobleme in Rostock, sondern Abzocke auf engem Raum.
Wer ernsthaft etwas gegen Wohnraummangel tun will, muss bezahlbare Wohnungen bauen, nicht Mini-Apartments mit überteuerten Mieten. Rostock braucht Wohnungen für Familien, Auszubildende, Studierende, ältere Menschen und Beschäftigte und keine Miniwohnungen mit maximalen Renditen.
Für uns ist dabei klar: Der weitere Ausbau von Mikroapartments darf nicht länger hingenommen werden, während bezahlbarer Wohnraum fehlt. Neue Projekte dieser Art müssen kritisch überprüft werden. Ein Genehmigungsstopp für weitere renditeorientierte Mikroapartments ist aus unserer Sicht ernsthaft zu prüfen."
Unsere Anfrage: Bestand und Entwicklung von Mikroapartments in Rostock
