Landesmuseum neu denken: Die Linke bringt Übereignung des ehemaligen Schifffahrtsmuseums als neue Option ins Spiel
Die Linksfraktion in der Rostocker Bürgerschaft bringt mit einem Antrag eine neue Standort- und Finanzierungsidee für das geplante Archäologische Landesmuseum auf den Tisch. Statt eines Neubaus am Stadthafen soll die Stadt Gespräche mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern und den zuständigen Ministerien aufnehmen, um zu prüfen, ob das Museum im ehemaligen Schifffahrtsmuseum in der August-Bebel-Straße 1 realisiert werden kann.
Im Mittelpunkt des Prüfauftrags steht eine neue Idee, die bisher so nicht konsequent verfolgt wurde. Die Stadt soll klären lassen, ob das Gebäude in der August-Bebel-Straße 1 samt Grundstück an das Land Mecklenburg-Vorpommern übereignet werden kann. Zusätzlich soll geprüft werden, ob das gegenüberliegende Grundstück im Rosengarten dem Land im Erbbaurecht gegen Erbbauzins zur Verfügung gestellt werden kann. Damit hätte das Land eine realistische Grundlage, um Bau, museale Anforderungen und die langfristige Nutzung in eigener Verantwortung zu planen und umzusetzen.
Hannes Möller, Mitglied der Rostocker Bürgerschaft für Die Linke, erklärt: „Wir wollen raus aus der Entweder-oder-Debatte und rein in eine pragmatische Prüfung. Neu ist, dass wir ausdrücklich vorschlagen, die Eigentumsfrage aktiv mitzudenken. Übereignung des Gebäudes und des Grundstücks an das Land sowie eine zusätzliche Fläche im Rosengarten per Erbbaurecht können eine tragfähige Lösung eröffnen. Gerade angesichts der Haushaltslage ist entscheidend, welche städtischen Verpflichtungen beim Stadthafen tatsächlich entstehen oder vermieden werden können. Deshalb braucht es Gespräche mit dem Land und eine transparente Information an die Bürgerschaft.“
„Unter der Hand dürfte vielen in der Stadt klar sein, dass das Archäologische Landesmuseum am Stadthafen in der bisherigen Form niemals gebaut wird, allein schon aus finanziellen Gründen. Nach den derzeit bekannten Zahlen sprechen wir nicht mehr über Größenordnungen von rund 55 Millionen Euro, sondern über mindestens 85 Millionen Euro. Wer jetzt seriös handeln will, muss Alternativen prüfen, bevor noch mehr Zeit und Geld verloren gehen“, so Möller abschließend.
Hintergrund
Für das Archäologische Landesmuseum wird seit längerem der Standort Stadthafen geplant. Gleichzeitig werden in der öffentlichen Debatte veränderte Rahmenbedingungen, insbesondere bei Kosten und Umsetzbarkeit, thematisiert. Der Neubau des Archäologischen Landesmuseums Mecklenburg-Vorpommern in Rostock am Stadthafen ist nach Medienberichten mit massiven Kostensteigerungen verbunden. Statt der ursprünglich veranschlagten rund 55 Millionen Euro im Jahr 2022 wird aktuell von Gesamtkosten in Höhe von mindestens 85 Millionen Euro ausgegangen. Die August-Bebel-Straße 1 als stadthistorisch bedeutendes Gebäude mit zentraler Lage soll daher ergebnisoffen als Alternative geprüft werden. Ein Schwerpunkt ist dabei die Klärung der Eigentums- und Flächenfragen, damit eine Realisierung am Standort des ehemaligen Schifffahrtsmuseums überhaupt möglich wird.
