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Mehr Lebensqualität für Rostocks Stadtteile: Linke bringt Quartierskantinen voran - CDU, FDP und DEHOGA verteidigen das Marktversagen

Die Fraktion Die Linke unterstützt den pragmatischen Vorschlag der Stadtverwaltung, mögliche Quartierskantinen gemeinsam mit den Mittagsmatrosen zu prüfen. Mit einem ersetzenden Änderungsantrag konkretisieren wir die Idee, geben ihr einen Zeitplan und wollen erste Pilotprojekte ab Anfang 2028 ermöglichen.

Dazu erklärt der Fraktionsvorsitzende Christian Albrecht: „Unser ursprünglicher Antrag zielte auf ein gesamtstädtisches Konzept für wohnortnahe Gastronomie- und Begegnungsangebote. Die Verwaltung hat darauf mit einem pragmatischen Vorschlag reagiert: Quartierskantinen, möglicherweise auch in zeitweise genutzten Schulcafeterien. Diesen Ball nehmen wir auf und machen daraus einen klaren Prüfauftrag.“

Die Empörung von CDU, FDP und DEHOGA ist entlarvend. Wo der Markt funktioniert, braucht es keine Stadtteilkantine. Aber in vielen Rostocker Stadtteilen funktioniert er eben nicht. Es fehlen Restaurants, Cafés, Kneipen und bezahlbare Mittagstische. Angebote konzentrieren sich in der Innenstadt, während große Wohngebiete gastronomisch ausgedünnt sind. Gleichzeitig wurden die Preise vielerorts dermaßen erhöht, dass ein Restaurantbesuch für viele Menschen zum Luxus geworden ist.

„CDU und FDP nennen dieses Marktversagen Wettbewerb. Wir nennen es schlechte Versorgung. Wem bei einem guten und pragmatischen Vorschlag nicht anderes als „Planwirtschaft“ einfällt, zeigt, dass ihm die Menschen in den Stadtteilen weniger wichtig sind als der Gewinn von Unternehmern. Offenbar gilt für CDU, FDP und DEHOGA: Ein Angebot ist nur dann gut, wenn ein privater Unternehmer daran verdient. Lebensqualität für alle ohne den Profit einzelner - das passt nicht in ihr Weltbild.“

Stadtteilkantinen können mehr sein als Orte für ein bezahlbares Essen. Sie können Treffpunkte schaffen, Einsamkeit entgegenwirken, Nachbarschaften stärken und Stadtteilzentren beleben. Sie sind ein konkreter Gewinn an Lebensqualität.

„Dass CDU und FDP solche Orte bekämpfen, ist soziale Kälte mit marktradikalem Etikett. Sie verteidigen nicht die Gastronomie, sie verteidigen die Lücke im Angebot. Wir wollen gemeinsam mit der Stadt prüfen, was machbar ist, und dort handeln, wo sich der Markt seit Jahren für viele Rostockerinnen und Rostocker nicht interessiert.“

Die Pilotprojekte sollen frühestens Anfang 2028 starten. Zunächst hat der reguläre Versorgungsauftrag der Mittagsmatrosen Vorrang. Das Prüfergebnis soll bis zum 30. November 2027 vorliegen.


Unser Änderungsantrag: Wohnortnahe Gastronomie- und Begegnungsangebote in den Stadtteilen stärken, Konzept zur Ansiedlungsunterstützung erarbeiten

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