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Stadtteilkantinen abgelehnt: SPD, CDU und Co verweigern Stadtteilen Lebensqualität

Zur Ablehnung des Änderungsantrages für Stadtteilkantinen erklärt Christian Albrecht, Vorsitzender der Fraktion Die Linke in der Rostocker Bürgerschaft:

„Diese Ablehnung ist ein politisches Armutszeugnis. Auf unseren Antrag für ein Konzept zu wohnortnaher Gastronomie hat die Stadtverwaltung pragmatisch reagiert: Quartierskantinen gemeinsam mit den Mittagsmatrosen prüfen, vorhandene Räume nutzen, bezahlbares Essen und Begegnung in die Stadtteile bringen. Wir haben diesen Vorschlag konkretisiert und mit einem Zeitplan versehen. SPD, CDU und Co haben aus Trotz eine Idee weggestimmt, die das Leben vieler Rostocker*innen verbessern würde.

In vielen Rostocker Stadtteilen fehlen bezahlbare Mittagstische, Cafés, Kneipen und Treffpunkte. Gastronomie konzentriert sich in Innenstadt und in Warnemünde, während große Wohngebiete abgehängt bleiben. Wer wenig Geld hat, älter ist, nicht mobil ist oder einfach einen Ort für Begegnung sucht, schaut vielerorts in die Röhre.

„Der Markt hat diese Stadtteile nicht vergessen, er hat sie aussortiert. Wo Kaufkraft und Rendite nicht stimmen, kommt kein privater Anbieter. Genau dort braucht es öffentliche Verantwortung. Stadtteilkantinen wären soziale Infrastruktur: ein bezahlbares Essen, ein Tisch zum Zusammensitzen, ein Ort gegen Einsamkeit und für Nachbarschaft.“

Besonders CDU und FDP haben die Debatte bewusst verzerrt. „Sobald irgendwo Lebensqualität entsteht, ohne dass ein privater Unternehmer daran verdient, rufen CDU und FDP „Planwirtschaft“ und befürchten die Verdrängung von Restaurants, die in diesen Stadtteilen nicht einmal existieren. Für sie ist alles verdächtig, woran Private sich nicht die Taschen füllen. Sie verteidigen keinen Wettbewerb. Sie verteidigen Leere in den Stadtteilen.“

Auch die SPD trage Verantwortung. „Wer im Wahlkampf damit wirbt, dass das Leben bezahlbar sein müsse, dann aber aussichtsreiche Prüfanträge mit dem lapidaren Verweis auf den Markt abtut, macht alles mögliche, aber keine sozialdemokratische Politik. Statt den Vorschlag der Verwaltung aufzugreifen und wo nötig zu konkretisieren, wird ein Anliegen, dass alle im Raum als berechtigt bezeichnet haben, ohne Argumente oder Alternativvorschläge weggebissen. Leidtragende sind die Menschen in den Stadtteilen, deren Themen nicht ernst genommen werden.“

Die Linke hält an der Idee fest. „Rostock endet nicht am Neuen Markt. Auch Lichtenhagen, Evershagen, Groß Klein, die Südstadt, Toitenwinkel, Dierkow, Gehlsdorf und andere Stadtteile haben Anspruch auf Orte, an denen Menschen zusammenkommen. Wer Stadtteilkantinen ablehnt, lehnt ein Stück Lebensqualität vor Ort ab. Wir setzen das Thema weiter auf die Tagesordnung.“

 

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